Blind GuardianSupport: Astral Doors13.09.2006 (Phillipshalle, Düsseldorf)Lang, lang ist's her seit dem legendären Blind Guardian Konzert in der Philipshalle und ich war gespannt, wie das diesjährige „Heimspiel“ wohl verlaufen würde. Die Anreise verlief problemlos und gegen ein kleines Entgelt durfte ich mein Autochen auf dem Parkplatz der Halle abstellen. Zwar schon recht weit weg vom Eingang, aber das sollte sich am Ende des Abends noch als Vorteil erweisen. Da ich etwas spät dran war, hatte die Schlang vor dem Eingang sich schon ein wenig verkürzt und ich war recht schnell drinnen. Vor den Wellenbrecher hab ich's nicht mehr geschafft, aber das war schon okay so, weil ich immer noch mit dezenten Zahnproblemen zu kämpfen hatte (die letzte Wurzelbehandlung war grade eine Woche her). Also hab ich mich kurz hinter dem Wellenbrecher, ein wenig rechts von der Mitte platziert. Hier war es recht gemütlich und kuschelig. Pünktlich um 20 Uhr betrat die Vorband „Astral Doors“ die Bühne. Die Jungs haben mir wirklich sehr gut gefallen. Sie spielten eine wunderbare Art von 80er Jahre Hard Rock / Metal. Irgendwo zwischen Axel Rudi Pell und Masterplan. Was? Ach so, die sind beide nicht wirklich 80er. Öhm, irgendwo zwischen Dio und Rising Force (nur ohne Gitarrengefrickel)? Na ja, eben ein sehr kraftvoller Gesang und schön rockige Gitarren. War eine gute Eröffnung und das Publikum ist auch gut mitgegangen. Hat Laune gemacht.
In der Pause stimmte sich das Publikum schonmal ein
wenig ein, zwischendurch sang ein Teil auch mal
„Raub und Mord und Überfall sind
gut“.
Als Intro musste mal wieder „War of
wrath“ herhalten. Irgendwie ist es ja schon ein
wenig langweilig, es bei 3 Touren hintereinander zu
verwenden. Aber irgendwie hat es natürlich auch
schon eine gewisse Tradition. Außerdem ist das
folgende „Into the storm“ ein genialer
Auftakt für ein Konzert, viel besser kann man
nicht in Stimmung kommen. Die Bühne war sehr schlicht gestaltet. Hinter der Band standen ein paar ungefähr hüfthohe, quadratische Projektionsflächen, die meist bunte Muster zeigten. Zwischen den Musikern standen einzelne Scheinwerfer, die bei einigen Lieder wild kreisende Lichtstrahlen erzeugten. Die komplette Rückwand bestand aus großen, senkrechten Streifen, die verschiedenfarbig leuchten konnten. Bei einigen Liedern wurden hier auch Bilder projiziert. Schlicht, aber effektiv. Beim dritten Lied „Born in a mourning hall“ wanderten zum Beispiel Kreuze über die Leinwand, immer wieder unterbrochen von Kriegsbildern. Bei „Nightfall“ waren diverse Bilder aus dem Booklet zu sehen, ergänzt durch ein paar neue Bilder, zum Beispiel die beiden Bäume und Ungoliant. Die Songauswahl war eigentlich recht schön, nur die „Opera“ war leider etwas unterrepräsentiert, ein bisschen „Soulforged“ hätte ich schon gern gehört. Aber egal, tatsächlich gespielt haben sie „Valhalla“, „Lost in the twilight hall“, „Bright eyes“, „Fly“, „Majesty“ (das lautstark vom Publikum gefordert wurde, bis sich die Band nicht mehr wehren konnte), „This will never end“, „Time stands still at the iron hill“, „Lord of the rings“ und „The script for my requiem“. Als letztes Lied vor der Zugabe wurde noch „And then there was silence“ gespielt. Hm, irgendwie kann mich dieses Lied nicht so ganz mitreissen, es hat zwar ein paar schöne Stellen, aber über die komplette Länge ist es nicht so ganz mein Fall, da hätte ich lieber stattdessen zwei andere, kürzere Lieder gehört. Aber das ist wohl Geschmackssache. Die erste Zugabe begann unpassenderweise mit „And the story ends“, gefolgt von einem weiteren neuen Song: „Another stranger me“. Zu diesem Lied lief fast ein kleiner Kurzfilm über die Leinwand, ganz im Stile eines Film Noir, sehr nett. Zum Abschluss gab's noch „Imaginations from the other side“ und weil immer noch ein wichtiges Lied fehlte, war klar, dass es auch eine zweite Zugabe geben würde.
Und richtig, endlich, endlich durfte das Publikum das
Lied zelebrieren, das sie schon die ganze Zeit
lautstark gefordert hatten: „The Bards Song (In
the forest)“! Und ja, ich glaube diesmal waren
wir noch etwas lauter und besser als beim letzten
Mal.
Ich hab mich danach recht schnell aus dem Staub
gemacht, noch eben ein T-Shirt gekauft und bin dann
zu meinem Auto gejoggt. Jetzt sollte es sich als
Vorteil erwiesen, dass mein Wagen so weit hinten
stand, denn der Parkplatz hatte einen Hinterausgang
und ich war in Nullkommanix auf der Autobahn. Sehr
geil, kein Parkplatzchaos, so muss das sein. Ach ja, am 19.10. spielen die Jungs hier in Köln in der Live Music Hall, schade eigentlich, an dem Tag bin ich wohl nicht hier, sondern in Essen. Schlechtes Timing... |