Nachdem wir im Sommer so einen Spaß hatten, entschlossen wir uns, wie bereits gesagt, dazu Runrig auch im Winter wieder einen Besuch abzustatten. Und so trafen wir uns am frühen Dienstag abend um uns gemeinsam auf den Weg zu machen.
Aber zunächst gab es noch ein kleines Abendessen bei
einer großen Kette, die reichlich belegte Brote
verkauft.
Ausreichend gestärkt für das
kommende Ereignis machten wir uns dann um kurz nach 17 Uhr
auf den Weg. Zunächst kamen wir gut voran, aber
natürlich blieben wir schließlich doch noch auf
dem Kölner Ring im Stau hängen. Und
natürlich war der heute besonders lang und floss
besonders zäh vorwärts. Das drückte dann
erstmal auf die Stimmung. Eigentlich wollten wir ja
halbwegs früh da sein um möglichst gute
Plätze zu ergattern.
Endlich in Köln Mülheim angekommen, mittlerweile war es bereits 18:30 Uhr, erwischten wir zumindest einen Parkplatz, der sehr nah an der Halle gelegen war. Allerdings hatte sich durch beständigen Regen eine beachtliche Pfütze gebildet, die Ambitionen zu haben schien, dem Loch Lomond Konkurrenz zu machen. Naja, mit immerhin einem trockenen Fuß machte ich mich dann mit meiner Begleiterin auf den Weg zum Palladium.
Die Warteschlange vor dem Eingang war auf den ersten Blick
wieder sehr deprimierend und schien kein Ende zu nehmen. Na
toll.
Aber wenigstens bewegte sie sich in einem
ordentlichen Tempo vorwärts. Ach, was sage ich, das
war wohl eine der schnellsten Warteschlangen, in denen ich
je gestanden habe. Ganz ohne Ironie.
Großes Lob an den Veranstalter.
Die Securities waren auch überaus milde gestimmt
und so durfte ich sogar meinen alten Regenschirm mit in die
Halle nehmen.
Wir stürmten natürlich sofort den Saal und
blieben dort erstmal überrascht stehen. Nanu? Wo waren
denn die ganzen Leute hin? Obwohl die Warteschlange
scheinbar endlos war, waren höchstens die ersten 5
Reihen vor der Bühne besetzt. Seltsam. Naja, egal, das
gab uns die Gelegenheit noch einmal kurz die wirklich sehr
schönen sanitären Anlagen des Palladiums zu
bewundern.
Danach haben wir uns dann aber vor der Bühne geparkt und ließen uns auch nicht mehr verscheuchen. Mittlerweile war die Menge ein wenig angewachsen und wir sind so ungefähr in der zehnten Reihe gelandet. Die Sicht war für mich super, für meine etwas kleinere Begleiterin immer noch brauchbar.
Ziemlich pünktlich betraten um 20 Uhr zwei junge Damen mit Gitarren bewaffnet die Bühne. Dabei handelte es sich offensichtlich um die Vorband: Madviolet. Die beiden spielten eine sehr schöne Mischung aus Country und Folk. Sie hatten beide sehr schöne Stimmen und boten sehr guten Harmoniegesang. Bei späteren Liedern kam auch noch eine Geige zum Einsatz.
Leider war der Tontechniker ein weniger übermotiviert und die Lautstärke lag nur knapp unter der Schmerzgrenze. Aber mit der Zeit hat man sich daran gewöhnt.
Die beiden Damen haben zwischen den Liedern ein wenig aus
ihrem Leben und über ihre Lieder erzählt und
kamen dabei ziemlich sympathisch rüber. Die Musik hat
mir auch gut gefallen und stilistisch passten sie sehr gut
zu Runrig. Alles in allem also eine gute Vorband, auch wenn
es gern noch etwas mehr schnellere Lieder hätten sein
dürfen.
Ziemlich pünktlich betraten gegen 21 Uhr Runrig die
Bühne. Zur Eröffnung gab's mal wieder Bruce mit
Gitarre und „Year of the Flood“. Ich mag das
Lied.
Die Setliste war im Prinzip die gleiche, wie in
Esslingen, nur die
Reihenfolge hatten sie hier und da ein wenig geändert.
Die Zugaben am Ende waren aber die gleichen.
Aber diesmal hatte ich wenigstens eine ordentliche Kamera dabei und konnte ein paar schöne Fotos machen. Sie haben wirklich sehr viel mit Lichtstimmungen gespielt, die in der großen, dunklen Halle sehr schön rüber kamen.
Leider war der Ton diesmal nicht ganz so gut, einen Tick zu
laut und dadurch auch einen Tick zu matschig. Die
Atmosphäre der Lieder kam teilweise einfach nicht ganz
so gut rüber. „Maymorning“ hab ich
schließlich nur noch am Text erkannt. Die Melodie
hatten sie scheinbar zu Hause vergessen.
Und
natürlich konnte eine Industriehalle im Winter einfach
nicht mit einem Burghof im Sommer mithalten
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Auch das Publikum war irgendwie nicht ganz so gut drauf,
wie das im Sommer. Sie haben zwar brav mitgeklatscht, aber
schon beim mitsingen waren sie etwas verhaltener und
getanzt (so weit das bei einem Konzert möglich ist)
hat kaum jemand. Sehr cool war allerdings der Moment bei
„Stamping Ground“, wie in Erwartung des
Refrains langsam und gleichzeitig alle Arme in die
Höhe wanderten.
Und die
kleine Trommeleinlage zwischendurch war natürlich
wieder sehr mitreißend. Zu "Proterra" durfte die
Geigerin von Madviolet noch einmal auf die Bühne und
die Band unterstützen.
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Für den Rückweg nach Hause haben wir am Ende
wieder ewig gebraucht, das kleine Stück zur Autobahn,
für das wir auf dem Hinweg 3 Minuten aufwenden
mussten, kostete uns jetzt 45 Minuten. Die Ampelschaltung
zur Autobahnauffahrt war mehr als ungünstig getaktet.
Alles in allem war's aber wieder ein wirklich schöner
Abend mit einer fantastischen Band und viel guter Musik.
Nur hat der Abend gegen Esslingen eben knapp den
kürzeren gezogen. Aber ganz ehrlich, er hatte wohl von
Anfang an keine echte Chance.
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