Das letzte Wochenende war mal wieder ein schönes, langes Konzertwochenende. Los ging es am Freitag mit Schelmish. Die hatten in Bonn in der Harmonie quasi ihr Heimspiel.
Aber fangen wir am Anfang an. Die Harmonie liegt mitten in
einem Stadtteil von Bonn. In einer schmalen
Einbahnstraße. Parkplätze sind da leider rar
gesät. Zum Glück kannte ich mich noch halbwegs
aus vom Eric Fish Konzert vor einiger Zeit. Und genau wie
damals fand ich wieder entlang einer der Hauptstraßen
einen lange Parkstreifen mit ein paar freien Plätzen.
Das war zwar nicht direkt vor der Tür, aber der
Laufweg hielt sich noch sehr in Grenzen. Und der Regen
hatte auch schon fast aufgehört...
Gegen 19:15 Uhr betrat ich die Harmonie. Noch einen kurzer
Blick auf den Merchandise Stand geworfen, aber für den
Moment konnte ich mein Geld noch bei mir behalten. Dort
lief mir auch schon Luzi über den Weg, der mit einigen
Leuten quatschte. Wenn man so direkt neben ihm steht, wirkt
er noch kleiner, als auf der Bühne.
Der eigentliche Konzertsaal war schon zur Hälfte gefüllt, aber die Harmonie ist nicht besonders groß und ich konnte mich immer noch sehr nah an der Bühne platzieren. Vorher gönnte ich mir aber noch ein kühles Getränk.
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Bereits um 19:30 Uhr erloschen die Lichter im Saal und die
Vorband betrat die Bühne. Eine halbe Stunde zu
früh, jedenfalls behauptete meine Eintrittskarte
Beginn sei erst um 20 Uhr. Nun ja, egal, ich war ja da.
Außerdem hat die Harmonie sehr strenge Auflagen, wann
so ein Konzert beendet werden muss, schließlich
befindet sie sich mitten in einer Wohngegend.
Da macht es
durchaus´Sinn möglichst früh mit der Musik
zu beginnen.
Die Vorband trug den etwas bekloppten Namen „Alle im
Schrank“. Ich hatte vorher noch nie von ihnen
gehört, wurde aber positiv überrascht. Die Jungs
spielten astreinen Punkrock! Die meisten Sachen waren zwar
Coverversionen, aber das hat der Stimmung durchaus gut
getan.
Mit hat es jedenfalls Spaß gemacht.
Die Jungs waren alle ein wenig durchgeknallt, vor allem der
Sänger, von Schelmish liebevoll Mr. Parkinson genannt,
weil er öfter mal nervöse Zuckungen in den Armen
hatte. Außerdem hatte er einen wunderbar starren
Blick drauf, bei dem man schon nicht mehr wusste, ob das
noch lustig, oder schon bedrohlich war. Als
Bühnenoutfit trug er einen bunte Häkeljacke,
darunter weißes Feinripp. Der Gitarrist trug eine
schwarze Einbrecherwollmütze und der Bassist einen
sehr schönen Leopardenschal. Alles sehr stilvoll.
Gespielt haben sie unter anderem: „Surfin
Safari“ (Beach Boys), „Hello Dolly“,
„Everytime“ (Britney Spear, kaum wieder zu
erkennen. In diese Version mag ich das Lied.
),
„Her Name Was Umbrella“, „The Unknown
Stuntman“, „In The Ghetto“ (Elvis
Presley), „Karma Chameleon“ (Boy George),
„I Wanna Be Like You“ (Dschungelbuch) und
„Take On Me“ (A-Ha).
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Bei „Fata Morgana“, im Original von der EAV,
haben sie sich Unterstüzung von den Schelmen geholt.
Dextro, DesDemonia und Luzi haben für den richtigen
orientalen Klang gesorgt.
Als die Schränke mit ihrem Set fertig waren, gab's
eine kurze Umbaupause und gegen 20:15 Uhr betraten die
Schelme die Bühne. Das Intro klang schonmal gut und
auch die ersten Gitarrenriffs von „Gefangener Der
Zeit“ klangen wirklich gut. Dann betrat Rimsbold die
Bühne, trat an den Mikrofonständer heran und
wollte beherzt zum Mikrofon greifen... das nicht da war!
Großes Gelächter im Publikum, die
Band bricht das Lied ab. Kommentar von Dextro: „Okay,
das erste Lied haben wir schonmal verkackt, aber das Intro
war doch geil, oder?“
Beim
zweiten Versuch haben sie es aber dann besser hinbekommen.
Die Schelme waren wieder sehr gut drauf und im weiteren
Verlauf des Abends hat eigentlich fast alles geklappt. Das
Publikum war richtig geil drauf, man hat wirklich gemerkt,
dass es für Schelmish ein Heimspiel war.
Außerdem trieben sich diverse Freunde und Verwandte
der Musiker im Publikum rum. Auch zwei Mütter durften
wir im Laufe des Abends kennen lernen. Und der
Lieblingstankwart der Schelme war auch da.
Gespielt haben sie unter anderem: „Mente Capti“, „Der letzte Kuss“, „Gelobtes Land“, „Die Marionette“, „Die Rabenballade“, „Das Moor“, „Der Narr“, „Mehr Schein als Sein“, „Ehrlich“, „Stern“, „Kreuzzug gegen die Verlogenheit“, „Herr Niemand“ und „Wir werden sehen“.
„Interregio“ wurde an diesem Abend umbenannt zu
dem „25 Euro Lied“. Picus hatte wohl beim neu
bespannen seiner Trommel Mist gebaut und mußte daher
in die Bandkasse einzahlen.
Das Geld hat Dextro aber umgehend der
ersten Reihe zur Verfügung gestellt, die sich
dafür unter tosendem Applaus eine Runde Bier holen
durfte.
Und bei „Freigang“ wurde die Band
so richtig abgefeiert.
Zwischen den Lieder haben sie wie immer viel gelabert, aber sie haben es trotz der strengend Zeitvorgaben der Harmonie geschafft fast ihr komplettes Set zu spielen. Bei den Zugaben haben sie spontan ein Lied wegfallen lassen, weil Rimsbold unbedingt noch „Blitz“ spielen wollte und weil das Publikum nicht auf „Ring Of Fire“ zum Abschluss verzichten wollten.
Ein wenig Zeit hat Picus zwischendurch aufgeholt mit der
kürzesten Ansage des Abends: „200 Katharer -
alle tot- Schelmish Lied gewidmet - Caput Dragonis –
jetzt!“
Dass Dextro mit 40° Fieber auf der Bühne stand hat man ihm nicht angemerkt. Respekt dafür!
Ach ja und da war mal wieder die kleine Tanzeinlage von
Luzi. Diesmal mit dem Sänger von Alle im Schrank als
Opfer für einen kleinen Lapdance und eine
From-Dusk-Till-Dawn-artige Szene mit Bier. Ich möchte
hier lieber nicht zu sehr ins Detail gehen.
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Zwischendruch haben sie sich auch noch darüber lustig
gemacht, dass sie mittlerweile angeblich Zielgruppen haben.
Zahnspangentragende Mädchen zwischen 12 und 14 , wegen
Picus und 14 bis 16 jährige Jungs, wegen der
Rockmusik.
Dabei spielen sie doch eigentlich
einfach nur für jeden der Lust auf Party hat!
Und das ist ihnen an diesem Abend wirklich gelungen,
es hat wirklich Spaß gemacht und die Stimmung in dem
kleinen Club war wirklich was besonderes.