Ich mag Coverbands. Vor allem, wenn sie es schaffen, den
Orginalen etwas neues abzugewinnen. Deswegen höre ich
gerne J.B.O., Van Canto oder Hayseed Dixie.
Ja,
zugegeben, diese Bands haben alle auch großartige
eigene Songs, aber sie haben eben auch viele schöne
Coverversionen mit einem ganz eigenen Dreh. Vor einer Weile
hat ein guter Freund mich auf eine weitere Band dieser
Gattung aufmerksam gemacht. The Baseballs spielen aktuelle
und auch mal nicht ganz so aktuelle Charthits im 50er/60er
Jahre Rock'n'Roll Stil. Und das sehr gelungen. Manchmal
sind die Versionen sehr nah am Original, manchmal sind sie
aber auch sehr weit weg und nur noch mit Mühe zu
erkennen.
Als ich hörte, dass die Jungs nach Köln kommen
würden hab ich mir gleich mal ein paar Tickets besorgt
und es nicht bereut. Ich war recht frühzeitig da, der
Einlass begann etwas vor der offiziell angegebenen Zeit von
19 Uhr. Das Konzert sollte laut Eintrittskarte
pünktlich beginnen, eine Uhrzeit stand dort aber
nicht.
An diesem Abend war
„pünktlich“ gegen 20:15 Uhr.
Die
Halle war sehr gut gefüllt und die Stimmung war von
Anfang an sehr gut. Das Publikum war sehr gemischt, von
Jung bis Alt war alles dabei. Einige hatten sich extra im
Stil der 50er/60er gekleidet, sehr schön.
Die Baseballs Band betrat die Bühne in weißen
Hemden und Krawatten und bestand aus Kontrabass,
Schlagzeug, Gitarre und Klavier. Die drei Sänger
trugen zu Anfang schwarze Lederjacken und Jeans. Das stelle
ich mir doch sehr warm vor.
Aber bald
warfen sie die Jacken beiseite und sangen im T-Shirt und
später im kartierten Hemd weiter.
Gespielt haben sie so ziemlich alles von ihrer CD, also zum
Beispiel „Umbrella“, „Let's Get
Loud“, „Bleeding Love“, „Love In
This Club“, „Hot'n Cold“, „I Don't
Feel Like Dancin'“, „Angels“, „The
Look“ und „Crazy In Love“. Die Band hat
sich wirklich die Seele aus dem Leib gespielt und die
Sänger waren mit viel Freude dabei. Nach kurzer Zeit
hat die Halle und gekocht und bei einem Lied hat sogar das
Klavier Feuer gefangen!
Neben den bekannten Liedern haben sie auch einige Sachen
gespielt die ich noch nicht kannte. So haben sie sich zum
Beispiel alle um ein paar Mikrofone herum gestellt und ein
paar a capella Stücke gesungen. Eins davon war eine
wunderschöne Version von „Human“ von den
Killers. Ein anderes war ein eigenes Stück namens
„Hard Not To Cry“. Ebenfalls sehr schön,
den Harmoniegesang haben sie wirklich gut drauf.
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Die Coverversion von „Chasing Cars“ hab ich
erst beim zweiten Refrain erkannt.
Das Lied
ist im Original eine zauberhafte Ballade, bei den Baseballs
war es eine sehr schnelle Nummer, die kräftig gerockt
hat. Ich kann kaum sagen, welche Version mir besser
gefällt.
Anlässlich der Fußball
WM haben sie auch noch „Three Lions“ gespielt.
Zwischendurch haben sie immer wieder mit dem Publikum
gespielt. Bei einem Lied sollten drei (?) junge Damen auf
die Bühne kommen. Es wurden am Ende dann doch ein paar
mehr. Die Baseballs haben abwechselnd etwas vorgetanzt und
die Damen durften es dann nachtanzen. Bei einem Lied wurde
das Publikum aufgefordert sich etwas breitbeiniger
hinzustellen und dann mit einem „Wupp!“ erst
zum einen Fuss hinüber zu gleiten und dann mit einem
weiteren „Wupp!“ zum anderen Fuss zu wechseln.
Fortgeschrittene wuppten dabei auch noch mit dem Kopf.
Kurz vor Schluss tauschten auch noch die Baseballs die Rollen mit der Baseballs Band, die Sänger musizierten und die Musiker sangen. Hat ebenfalls sehr gut funktioniert.
Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend. Ich hatte
mir ein nettes Konzert erhofft mit ein paar schönen
Coverversionen, aber meine Erwartungen wurden weit
übertroffen. The Baseballs sind eine fantastische
Livenband und sie haben es geschafft das Publikum richtig
mitzureißen. Es hat richtig, richtig Spaß
gemacht. Beim nächsten Mal, wäre ich gerne wieder
dabei.
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