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Vampire in Berlin 2006 |
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Los ging es am frühen Samstagmorgen. Gegen sieben Uhr
haben wir uns bei unserem kleinen Stammimbiss am
Kölner Hauptbahnhof getroffen und dort ein zweites
Frühstück eingenommen. Kurz vor acht ließen
wir uns in einem schnuckeligen, weißen ICE nieder.
Erster Klasse. :)
Man
gönnt sich ja sonst nichts. (Und ich glaube aus
irgendwelchen
Frühbucherbahncardsonderaktionsrabattgründen war
es sogar billiger...) Die Fahrt war recht ereignislos, das
Wetter zwar recht trübe aber größtenteils
trocken.
Gegen Mittag erreichten wir den Berliner Hauptbahnhof. Dieser ist noch ziemlich neu und befindet sich ein wenig abseits des Stadtzentrums, aber nur wenige Minuten Fußweg vom Regierungsviertel entfernt. Der Bahnhof wurde als große Verteilerstation entworfen und hat insgesamt vier Ebenen. Besonders beeindruckend ist, dass man von der obersten bis zur untersten Ebene herunterschauen kann. Im ersten Moment erwartet man auf der untersten Ebene U-Bahnen zu sehen, bis einem auffällt, dass diese „U-Bahnen“ in Wirklichkeit ICEs und doppelstöckige REs sind. Wahnsinn. Aber sehr effektiv.
Vom Bahnof wuselten wir mit S- und U-Bahn weiter zum Hotel. Wir waren irgendwo in der Nähe des Bahnhofs Zoo untergebracht. Na ja, so nah nun auch nicht, es waren noch gut fünf U-Bahn Haltestellen. Das Hotel war eher schlicht, die Zimmer etwas beengt. Aneinander vorbeigehen war etwas schwierig. Mit dem Doppelbett, dem Schreibtisch, den zwei Sesseln und dem Kleiderschrank war der Raum recht vollgestopft. Aber egal, zum Übernachten war es mehr als genug, das Bett war sehr gemütlich und das Bad sogar ziemlich geräumig. Mehr brauchten wir ja nicht.
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Vom Balkon aus konnten wir auf den großen See hinter dem Haus blicken. Die Seitenwände der beiden Gebäude links und rechts von unserem Balkon sorgten für eine leichte Südseeatmosphäre, die Fassade war mit riesigen Palmenbildern verziert. *g* Direkt vor unserem Balkon stand ein großer Weihnachtsbaum, der nachts hell erleuchtet war. Zum Glück waren die Vorhänge lichtdicht, sonst hätten wir nur schlecht schlafen können.
Nach dem Abladen der Koffer ging es ohne große Pause
wieder zurück in die Stadt, genauer zum Bahnof Zoo und
erstmal zur Gedächtniskirche.
Dort stand immer noch ein
kleiner Weihnachtsmarkt. Na ja, gut, Weihnachten war zwar
eigentlich vorbei, aber nett war es trotzdem irgendwie. Von
dort sind wir ein wenig die Hauptstraße entlang
gewandert, vorbei am KaDeWe bis zu einer uralten
U-Bahnstation. Von dort ging es durch ein paar
Seitenstrassen wieder zurück, immer auf der Suche nach
einer geeigneten Nahrungsquelle. Diese fanden wir
schließlich in einem kleinen Einkaufscenter in Form
der „Kartoffelkiste“. Dort gab es
überraschenderweise fast nur Kartoffelgerichte. Das
Menü für knapp 10 Euro erwies sich dabei als
lecker und sehr sättigend. Nach dem Essen wurde es
bereits dunkel und es hatte zu regnen begonnen. Wir
verlegten also unseren Verdauungsspaziergang in eine der
größeren Buchhandlungen und machten uns danach
auf den Weg zurück ins Hotel.
Bis zum Musical waren es noch ein paar Stunden und
die wollten wir für eine kleine Ruhepause nutzen.
Um 18 Uhr brachen wir auf, Richtung Theater des Westens. Ein sehr schönes Theater eine sehr verspielte Fassade mit vielen Verzierungen und Figuren. Die großen, schwarzen „Tanz der Vampire“ Plakate und Fahnen passten da irgendwie sehr gut hin, ein stimmiges Bild. Die kleine Eingangshalle war zwar schon gut gefüllt, aber bis zum Beginn war noch viel Zeit, also gönnten wir uns in einer nahe gelegenen Eisdiele noch ein paar Kugeln.
Im Theater selbst gaben wir unsere Jacken an der Garderobe im Keller ab und begaben uns in den ersten Stock, schließlich hatten wir Logenplätze. Die Enttäuschung war zunächst groß. Die Plätze lagen in zweiter Reihe und waren so ungünstig platziert, dass wir durch die Brüstung der Loge bereits ein Fünftel der Bühne nicht mehr sehen konnten. Nachdem in der Reihe vor uns Leute Platz genommen hatten wurde es sogar noch schlechter, je nachdem wie die Leute sich auf ihren Stühlen bewegten, konnten wir rund ein Viertel der Bühne nicht mehr sehen. Gut, damit muss man rechnen, wenn man in der Loge in der zweiten Reihe sitzt, könnte man sagen. Aber dies waren Plätze der teuersten Preiskategorie! Genauso teuer, wie die Plätze unten in der ersten Reihe, direkt am Bühnenrand!! Aber bei diesen Sichtverhältnissen, hätten sie deutlich billiger sein müssen!!! Sehr ärgerlich...
Nun ja, wir haben uns dann auf die vorderste Kante unserer Stühle gehockt und den Rücken möglichst gerade gehalten. Haltungstechnisch sicherlich sehr gesund, aber besonders entspannend und bequem war es nicht. Wenigstens haben wir so das Meiste sehen können und wenn nicht, sind wir eben aufgestanden. Stehend konnte man fast die ganze Bühne überblicken.
Die Show selbst war natürlich wieder genial.
Gegenüber Hamburg gab es nur kleine Änderungen.
Weil die Bühne kleiner
war wurde das Wirtshaus zum Beispiel um die Mittelachse
gedreht und nicht ständig in Einzelteilen rein und
rausgefahren. Das wurde aber in einigen Szenen sehr
atmosphärisch eingesetzt. Die Darsteller waren fast
alle sehr gut. Nur unser Graf Krolock war leider nicht
optimal. Er hat wohl früher mal einen sehr guten
Radames in Aida gespielt, aber für den Grafen war er
einfach zu... nett? Jedenfalls fehlte ihm die düstere
Ausstrahlung, das aristokratische und das gefährliche.
Unsere Sarah hatte eine etwas ungewohnte Stimmfarbe, war
aber sehr gut. Und bei „Totale Finsternis“ hat
sie Krolock locker an die Wand gesungen. Der Professor war
sehr gut, er hat zwar leider das Rrrrr nicht so
gerrrrrollt, aber dafür hat er andere Faxen gemacht.
Bei der Szene in der Bibliothek fehlte zum Beispiel das
Bücherregal und er hat sich einfach an den
Bühnenrand gestellt und in einem imaginären Regal
gestöbert. Keine Ahnung, ob da spontan die Technik
versagt hat, oder ob das Regal schon länger fehlte, es
kam aber sehr gut rüber. A propos Technik, die hatte
an diesem Abend leider ihre Macken. In der ersten
Hälfte gab es eine 10 minütige Pause, wegen
technischer Probleme und bei Carpe Noctem war ein Mikrofon
kaputt (aber man hat den Sänger trotzdem noch gut
gehört, nur eben leiser).
Große Sorgen habe ich mir vorher wegen dem neuen Alfred gemacht. Alexander Klaws kannte ich vorher nur durch DSDS. Aber ich muss sagen, meine Sorge war unbegründet. Der Junge hat sehr gut gespielt und er hat eine fantastische Musicalstimme, kein Vergleich zu den Softieweichspülballaden, die man sonst so von ihm kennt. Alle Achtung! Allen, die immer noch skeptisch sind, kann ich nur sagen, gebt ihm eine Chance, er macht seine Sache wirklich sehr gut.
Der finale „Tanz der Vampire“ war wie immer äußerst mitreißend und ich verließ gut gelaunt das Theater des Westens. Damit endete dann auch unser erster Tag in Berlin.
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